Website planen · Für kleine Unternehmen
Website verbessern oder neu bauen?
Eine alte Website braucht nicht automatisch einen kompletten Relaunch. Entscheidend ist, ob Inhalte, Kontaktweg und technische Grundlage noch zu deinem Betrieb passen. Mit diesen Kriterien kannst du den nächsten Schritt eingrenzen.
Von Marsel Nenaj · Erstellt und aktualisiert am
Was funktioniert heute nicht?
„Die Website gefällt mir nicht mehr“ ist ein verständlicher Anlass. Für eine gute Entscheidung solltest du zusätzlich benennen können, was Kunden oder Mitarbeitenden konkret Schwierigkeiten macht.
Öffne die Seite am Smartphone und spiele einen echten Kundenfall durch: Leistung finden, Eignung einschätzen und Kontakt aufnehmen. Prüfe anschließend, mit welchen Angaben die Anfrage tatsächlich im Betrieb ankommt.
- Verständlichkeit: Sind Leistung, Zielgruppe, Einzugsgebiet und nächste Schritte erkennbar?
- Kontakt: Funktionieren Telefonlinks, Formulare und Bestätigungen? Ist klar, was nach dem Absenden passiert?
- Pflege: Kannst du Preise, Öffnungszeiten oder Leistungen ohne Umwege aktuell halten?
- Technik: Gibt es funktionierende Zugänge, aktuelle Software, Backups und einen Ansprechpartner?
- Vorhandene Wirkung: Welche Seiten werden gefunden, gelesen oder vor einer Anfrage besucht? Nutze vorhandene Auswertungen und Rückmeldungen aus dem Betrieb.
Fehlen Messdaten, beginne mit den überprüfbaren Problemen. Aus wenigen Anfragen allein lässt sich noch nicht ableiten, ob Gestaltung, Angebot, Nachfrage oder Sichtbarkeit die Ursache ist.
Wann reichen gezielte Änderungen?
Eine Überarbeitung ist oft der passende Ausgangspunkt, wenn die technische Grundlage gepflegt werden kann und das Angebot im Kern gleich bleibt. Dann lassen sich einzelne Schwächen beheben, ohne alles auszutauschen.
- Die Leistung stimmt, aber die Startseite erklärt sie zu allgemein: Überschrift, Einstieg und Leistungsseiten überarbeiten.
- Interessenten finden keinen klaren nächsten Schritt: Kontaktwege vereinfachen und an der passenden Stelle erklären.
- Nach jeder Anfrage fehlen dieselben Informationen: Nur die nötigen Formularfragen und die Übergabe verbessern.
- Am Handy ist ein bestimmter Bereich schwer bedienbar: Diesen Ablauf gezielt prüfen und korrigieren.
- Gute Inhalte sind schlecht auffindbar: Navigation und interne Verweise passend zur Kundenaufgabe ordnen.
Ein kleiner Eingriff lässt sich anschließend gegen das konkrete Problem prüfen: Ist die Leistung verständlich? Kommt die Anfrage an? Enthält sie die vereinbarten Angaben?
Wann ist ein Neuaufbau sinnvoll?
Ein Relaunch wird eher sinnvoll, wenn mehrere grundlegende Probleme zusammenkommen und sich der bestehende Aufbau nur mit unverhältnismäßigen Eingriffen anpassen lässt. Das Alter der Website allein ist dafür kein ausreichender Grund.
- Das Geschäft hat sich verändert: Andere Leistungen, Zielgruppen oder Sprachen brauchen eine neue Seitenstruktur.
- Die Grundlage ist nicht mehr sinnvoll wartbar: Veraltete Abhängigkeiten, fehlende Zugänge oder tiefgreifende technische Einschränkungen blockieren notwendige Änderungen.
- Die Abläufe passen nicht: Eine neue Buchung oder Anbindung benötigt mehr als ein zusätzliches Formular auf der alten Seite.
- Inhalte lassen sich nicht zuverlässig pflegen: Wiederkehrende Änderungen sind so umständlich, dass wichtige Angaben regelmäßig veralten.
Lass dir vor der Entscheidung zwei nachvollziehbare Möglichkeiten erklären: die bestehende Seite mit einem begrenzten Umfang verbessern oder sie gezielt neu aufbauen. Für beide sollten Aufwand, verbleibende Einschränkungen und laufende Betreuung erkennbar sein.
Bei Nenaj werden Website, Texte und Anfrageweg gemeinsam geplant. Ein klar abgegrenzter Neuaufbau beginnt ab 5.900 € netto; der tatsächliche Umfang und Festpreis werden vor Projektstart festgehalten.
Was muss beim Wechsel erhalten bleiben?
Ein neuer Auftritt darf nicht versehentlich wichtige Inhalte, Anfragen oder Zugänge verlieren. Dokumentiere vor dem Umbau, was heute gebraucht wird.
- Wichtige Seiten und Adressen: Welche URLs werden gesucht, verlinkt oder in E-Mails verwendet? Wenn sich eine Adresse ändert, braucht sie ein passendes Ziel und eine dauerhafte Weiterleitung.
- Bewährte Inhalte: Übernimm fachlich richtige Informationen und arbeite sie weiter aus, statt sie nur wegen eines neuen Designs zu entfernen.
- Domain und E-Mail: Prüfe Kontoinhaber und Zuständigkeiten. Ein Website-Wechsel muss nicht automatisch einen Wechsel der E-Mail-Dienste bedeuten.
- Formulare und Buchungen: Teste vollständige Abläufe, Bestätigungen und Zustellung mit zulässigen Testdaten.
- Suchmaschinenzugang: Kontrolliere, dass die öffentliche Seite erreichbar ist und keine Vorschau-Sperre übernommen wurde. Aktualisiere interne Links und Sitemap.
- Ausgangsstand: Halte vorhandene Such- und Anfragedaten sowie den Launchtermin fest, damit du spätere Veränderungen einordnen kannst.
Google empfiehlt bei URL-Änderungen eine Zuordnung alter und neuer Adressen, passende Weiterleitungen und die Beobachtung nach dem Wechsel. Das ist Teil der offiziellen Anleitung für Website-Umzüge; während einer Umstellung können sich Suchpositionen vorübergehend verändern.
So bleibt das Projekt überschaubar.
Beginne mit einem priorisierten Ziel und einer entscheidungsfähigen Ansprechperson. Erst danach werden Seiten, Inhalte und technische Änderungen festgelegt.
- Bestand prüfen: Angebot, Inhalte, Technik und Anfrageweg ansehen; behalten, ändern und entfernen bewusst entscheiden.
- Umfang vereinbaren: Festpreis, Mitarbeit, Freigaben und Abnahme festhalten. Die Checkliste für Website-Angebote hilft beim Vergleich.
- Mit echten Inhalten testen: Leistungen und Kontaktablauf vor dem Launch am Smartphone und mit der Tastatur prüfen.
- Veröffentlichen und beobachten: Weiterleitungen, Erreichbarkeit und Formulare nach dem Wechsel kontrollieren; Verantwortung für laufende Betreuung klären.
Wenn der aktuelle Auftritt grundsätzlich funktioniert, ist eine vollständige Neuerstellung keine Pflicht. Die passende Entscheidung ergibt sich aus dem tatsächlichen Problem und dem Aufwand, es dauerhaft zu lösen.